Stephan Ludwig: Zorn – Tod und Regen


Stephan Ludwig: Zorn – Tod und Regen

Die Buchbeschreibung klang sehr sehr interessant: Warum gibt ein Killer seinem Opfer Schmerzmittel, bevor er es zu tote quält.
Meine Erwartung, einen Medizinkrimi zu lesen, hat das Buch nicht erfüllt. Aber ich wurde sehr gut unterhalten, was Hauptsächlich an den beiden Hauptfiguren liegt, die sich mit den unerklärlichen und grausamen Morden beschäftigen.
Zum einen ist dort Hauptkommissar Zorn. Er ist mürrisch und faul, angeberisch und eitel. Der Kettenraucher interessiert kümmert sich weder um Rauchverbote noch um Verkehrsregeln und schreckt auch nicht vor Beamtenbeleidigung zurück. Er ist eine sehr skurrile Figur, die trotz allem über eine eigene Art von Humor verfügt.
Sein Kollege ist ein wunderbarer Kontrast: der stets gut gelaunte, kleine, dicke Schröder. Streberhaft ist er seinem Vorgesetzten oft einen Schritt voraus und beweist schließlich sogar, neben einem guten kriminalistischen Instinkt auch wahren Heldenmut.
Die Wortgefechte dieser beiden ungleichen Partner sind wunderbar formuliert und stellen für mich einen Highlight in diesem Buch dar.
In dem Buch sind einige Gewaltszenen durchaus sehr Brutal und detailliert beschrieben. Regelmäßige Krimileser dürften sich davon aber kaum abschrecken lassen.
Schließlich stellt das Buch eine gelungene Mischung aus Spannung, unerwarteten Wendungen, glaubhaften Charakteren und einer gehörigen Portion schwarzem Humor dar.

Nun aber zu dem eigentlichen Grund, warum ich mir das Buch angesehen habe: Bei einem der Morde wurde dem Opfer vorab ein Schmerzmedikament verabreicht: Buprenorphin.
Dieses Medikament gibt es tatsächlich und wird auch, wie beschrieben, zur Behandlung von ausgeprägten Schmerzen eingesetzt. Seine Wirksamkeit ist sogar um ein vielfaches höher als von Morphium. Stephan Ludwig erwähnt ebenfalls, dass Buprenorphin als Ersatzdroge Anwendung findet. Auch das ist richtig, sofern eine Opioidabhängigkeit vorliegt.
Die letztendliche Erklärung, warum der Täter ausgerechnet dieses Medikament einem seiner Opfer vorab verabreichte macht Sinn, wenn man am Ende des Buches angelangt ist und nicht bereits vorher durch viele versteckte Anspielungen das Ende erraten hat. Ich wurde auf alles Fälle von der Wendung überrascht.

Stephan Ludwigs Zorn-Tod und Regen ist eine gelungene Mischung aus Spannung, skurrilen Charakteren und einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Ludwig hat in den wenigen medizinischen Aspekten gut recherchiert und liefert so einen glaubwürdigen Plot mit überraschenden, unerwarteten Wendungen, die in ihrem Ablauf aber durchaus logisch sind. Alles in allem: gute Krimiunterhaltung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.